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Verbrauch

Unsere erste Untersuchung der für das Ölfördermaximum relevanten statistischen Daten bringt uns zum Verbrauch, dem am wenigsten strittigen Punkt der Debatte. Das heißt allerdings nicht, dass man ihn einfach ignorieren könnte.

Der BP-Statistikbericht gibt den Verbrauch wenig hilfreich in Tausend Barrel pro Tag an. Das folgende Diagram zeigt den Welt-Ölverbrauch von 1965 bis 2006, umgerechnet in Gigabarell.

Verbrauch (Welt)

C1. Ölverbrauch (Welt)**

Es fällt sofort auf, dass der Verbrauch, abgesehen von zwei Einbrüchen 1974 und 1980, stetig angewachsen ist. Diese beiden „Ölkrisen“ hatten politische Ursachen und wurden von keinem Ölfördermaximum beeinflusst, allerdings hatten sie erhebliche Auswirkungen in vielen Bereichen. Es ist wichtig, sich die damaligen Ereignisse vor Augen zu halten.

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Die Ölkrisen der 1970er

Auszug aus der World Book Encyclopedia

Die OPEC wurde 1960 von Iran, Irak, Kuwait, Saudi Arabien und Venezuela gegründet. Zum damaligen Zeitpunkt wurde die Ölindustrie in diesen Ländern durch US-amerikanische und europäische Ölgesellschaften kontrolliert. Diese Firmen zahlten an die Gastgeberstaaten Einkommenssteuern und Nutzungsgebühren auf der Grundlage der von ihnen auf dem Weltmarkt geforderten Rohölpreise. In den Jahren 1959 und 1960 überstieg die Ölproduktion bei weitem die Nachfrage. Die dadurch entstehenden Überschüsse führten dazu, dass verschiedene große Ölgesellschaften den geforderten Preis senkten, wodurch die Gastgeberstaaten weniger Einnahmen erzielten. Die OPEC wurde als Reaktion auf diese Preissenkung gegründet.
Während der 1960er, als die Produktion mit dem steigenden Bedarf Schritt hielt, hatte die OPEC nur geringen Einfluss auf den Ölpreis. In den 1970ern überstieg allerdings die Weltnachfrage nach Öl die aus Nicht-OPEC-Ländern erhältlichen Mengen. 1973 beendete die OPEC ihre Zusammenarbeit mit den Ölgesellschaften und entschied, den Ölpreis entsprechend der Inflationsrate zu erhöhen.
Bewaffnete Konflikte trugen ebenfalls zum Anstieg des Ölpreises bei. Während des Arabisch-Israelischen Krieges 1973 unterbrachen oder reduzierten einige OPEC-Mitglieder die Ölexporte an Länder, die Israel unterstützen. Dies hatte zur Folge, dass in diesen Ländern, darunter die Vereinigten Staaten und andere westliche Industrienationen, die Ölpreise stark anzogen. Während der späten 1970er verursachte die iranische Revolution eine Knappheit, die es der OPEC erneut ermöglichte, den Preis zu erhöhen.
In den 1980ern, als die Weltproduktion wiederum die Nachfrage überstieg, hatte die OPEC weniger Erfolg bei der Durchsetzung ihrer Ziele. 1983 senkten die OPEC-Staaten zum ersten Mal den Preis ihres Öls. In den mittleren und spätern 1980ern setzte die OPEC mehrfach Produktionsobergrenzen für ihre Mitglieder fest. Viele Mitglieder ignorierten allerdings diese Obergrenzen und hielten damit den Preis niedrig. Obwohl es im Gefolge der irakischen Invasion Kuwaits zu kurzzeitigen Anhebungen kam, blieben die Preise in den frühen 1990ern stabil.

Die Ölkrisen hatten Inflationsraten im zweistelligen Bereich und eine stagnierende Wirtschaft zur Folge.

Die nachfolgenden Diagramme zeigen, wie der plötzliche Anstieg des Ölpreises in den 1970ern und 1980ern sich auf Arbeitslosigkeit, Inflation und Wirtschaftswachstum in Großbritannien auswirkte.

Ölpreis

C2. Ölpreis

Arbeitslosigkeit

C3. Arbeitslosigkeit (GB)

   

Inflation

C4. Inflation (GB)

Wachstum

C5. Wachstum (GB)

Die Auswirkungen der für die Zukunft zu erwartenden Erhöhungen des Ölpreises werden noch gravierender sein, und es wird keine Hoffnung auf eine Rückkehr des billigen Öls geben.

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Entwicklung des Verbrauchs

Zwei Faktoren spielen eine besondere Rolle für die zu erwartenden Probleme beim Ölverbrauch: die Bevölkerungsentwicklung und die wachsende Nachfrage in den Entwicklungsländern. Eine Grafik der US-Statistikbehörde zeigt, dass die Weltbevölkerung in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts stetig wachsen wird. (Was sie nicht zeigt, ist der abrupte Bevölkerungsrückgang, der aus dem Niedergang der Ölwirtschaft entstehen könnte – durch Kriege, Rezessionen, Hungersnöte usw.)

Ein Mehr an Menschen führt zu einer Erhöhung des Bedarfs an Energie, Kunststoffen und Nahrungsmitteln – alles im höchsten Maße vom Erdöl abhängig. Für die zehn Jahre von 2002 bis 2012 wird ein Anstieg der Weltbevölkerung von 6,23 Milliarden auf 6,96 Milliarden erwartet, das sind weitere 12 Prozent, die nach Nahrung, Konsumgütern und Energie verlangen werden. Neben der Bevölkerungsentwicklung ist der zweite wichtige Faktor die wachsende Nutzung von Öl in den Entwicklungsländern, die bis vor kurzem kaum Auswirkungen auf die Höhe des Verbrauchs hatte. Vergleichen Sie die nachfolgenden Diagramme, die Zahlen für verschiedene Länder und Regionen aufführen.

Verbrauch (USA/Lateinamerika)

C6. Verbrauch (USA und Lateinamerika) **

Verbrauch (Europa/GB)

C7. Verbrauch
(Europa/Eurasien mit GB) **

Die ersten beiden Diagramme zeigen die Zahlen für die entwickelten Regionen USA, Europa mit GB und Lateinamerika. Obwohl der Verbrauch hoch ist (jedenfalls was die USA und Europa angeht), ist der Trend nur sehr leicht ansteigend bzw. zeigt sogar nach unten (wiederum sind die Auswirkungen der Ölkrisen in den 1970ern und 1980ern deutlich zu erkennen). Die prozentuale Anwachs für die Zeit von 1965 bis 2006 reicht von 20 für Großbritannien zu bis zu 203 % für Lateinamerika, das kontinentale Europa und die USA liegen irgendwo dazwischen (siehe Diagramm C10). Dies passt in etwa zum Weltverbrauch, der im Vergleichszeitraum um 168 % anstieg.

Aber wenn wir die Diagramme für die Asien-Pazifik-Region und China betrachten, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Das Diagramm C8 verwendet denselben Maßstab wie die Diagramme C6 und C7, und wie man sehen kann, hat die Asien-Pazifik-Region insgesamt bereits den amerikanischen und europäischen Verbrauch überholt – bei wesentlich steileren Anstiegsraten (die Steigerung seit 1965 beträgt 649 %). Der wachsende Verbrauch Chinas erscheint wegen des Maßstabs wenig bedrohlich; aber wenn man die chinesischen Zahlen isoliert und den Maßstab entsprechend verkleinert (Diagramm C9), wird das erschreckend schnelle Anwachsen beim Ölverbrauch dieses Landes deutlich. Der prozentuale Anstieg für den genannten 40-Jahres-Zeitraum beträgt unglaubliche 3328 %.

Verbrauch (Asien/China)

C8. Verbrauch (Asien-Pazifik und China) **

Verbrauch (China)

C9. Verbrauch (China) **

Nachfolgend finden Sie ein Diagramm (C10) mit den jeweiligen prozentualen Anwüchsen, die einen dramatischen Unterschied zwischen der Ersten Welt und den Entwicklungsländern zeigen.

Verbrauch (Änderung)

C10. Verbrauch (Änderung seit 1965) **

Bevölkerung (China)

C11. Bevölkerung (China)

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass der Ölverbrauch in Asien in den nächsten Jahrzehnten enorm ansteigen und dadurch alle etwaigen Rückgänge in Europa und den USA bedeutungslos machen wird. Die chinesische Bevölkerung wird trotz aller Geburtenkontrollmaßnahmen wahrscheinlich weiter ansteigen. Das ist allerdings nur der Trend. In Wirklichkeit wird der Verbrauch mit zurückgehender Ölproduktion und Wirtschaftsleistung immer langsamer ansteigen und schließlich absinken, aber dies in exakte Zahlen zu fassen, ist so gut wie unmöglich. Es ist aber absolut klar, dass die Welt bei einer Fortschreibung der gegenwärtigen Verhältnisse zwangsläufig immer mehr Öl verbraucht.


** zeigt aktualisierte Daten für 2008 an
 

INHALT

Die Ölkrisen der 1970er

Entwicklung des Verbrauchs

 

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