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Einführung

Seit Jahren warnen uns Experten vor den Gefahren einer Erschöpfung der Weltölvorräte. Immer wieder wurde ihnen vorgeworfen, falschen Alarm zu schlagen. Dieses Mal allerdings ist der Alarm echt, und die Wölfe streichen schon um das Haus herum...

Die wirkliche Gefahr

Jeden Tag hören wir in den Nachrichten vom drohenden Klimawandel. Internationale Konferenzen werden abgehalten, Fernsehdokumentationen produziert, Unmengen von Büchern geschrieben. Führende Persönlichkeiten treffen sich in regelmäßigen Abständen, um die Probleme zu besprechen und Programme zu entwerfen. Aber obwohl der Klimawandel zweifellos gravierende Probleme mit sich bringt, stellen seine gefährlichsten Aspekte vermutlich innerhalb der nächsten Jahrzehnte noch keine allzu große Bedrohung dar, und selbst dann werden zwar viele Menschen Schäden erleiden, andere aber davon profitieren und einige wenige gar nicht betroffen sein.

Es gibt aber eine Gefahr, deren Auswirkungen wesentlich zerstörerischer sind und der wir sehr viel früher ausgesetzt sein werden. Diese Gefahr betrifft uns alle, ob reich oder arm und unabhängig von unserem Wohnort. Ihr zu begegnen, wird enorme Anstrengungen finanzieller und wissenschaftlicher Art erfordern - Anstrengungen, die bisher von keiner Regierung der Welt wirklich unternommen wurden. Diese Gefahr könnte durchaus das Ende unserer technischen Zivilisation bedeuten. Diese Gefahr ist das weltweite Ölfördermaximum: Peak Oil.

Vor kurzem habe ich auf einer Webseite eine Frage zu den finanziellen Gefahren des Ölfördermaximums gestellt, und eine der Antworten endete folgendermaßen:

Soweit ich mich erinnere, hieß es schon vor zwanzig Jahren, das Öl würde nur noch zwanzig Jahre reichen. Jetzt erzählt man uns wieder, das Öl würde nur noch zwanzig Jahre reichen. Ich frage mich, ob wir in zwanzig Jahren immer noch dieselbe alte Leier hören!

Diese Aussage ist typisch für den Grad an Fehlinformationen im Zusammenhang mit dem Ölfördermaximum. Offenbar ist seine Existenz nur wenigen Menschen bewusst, und selbst von diesen halten viele es für ein Problem der fernen Zukunft. Vermutlich würden die meisten Menschen die Frage "Wie lange reicht das Öl noch?" mit einem Zeitpunkt beantworten, der Hunderte von Jahren in der Zukunft liegt. Falls Sie die Antwort selbst noch nicht kennen, stellen Sie sich die folgende Frage:

Wie lange würden die bekannten Ölreserven unter Beibehaltung des aktuellen Verbrauchs reichen?

Diese Zahl ist in der Ölbranche als "statische Reichweite" bekannt (Englisch: "R/P Ratio", ein erster Hauch Fachjargon). Es überrascht Sie vielleicht, dass der BP-Statistikbericht 2005 (der Daten von 2004 verwendet) diesen Zeitraum mit 40,5 Jahren angibt. Jeder Mensch unter etwa dreißig oder vierzig müsste also damit rechnen, irgendwann in einer Welt zu leben, in der es überhaupt kein Öl mehr gibt.

In Wirklichkeit liegen die Verhältnisse allerdings komplizierter, und leider stellt sich die tatsächliche Situation wesentlich schlimmer dar. Das Ölfördermaximum tritt nicht erst dann auf, wenn die Vorräte zur Neige gehen, sondern wenn die Fördermenge an billigem Öl anfängt abzusinken. Und wie wir sehen werden, ist dieser Zeitpunkt viel näher, als man gemeinhin denkt.

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Mein Ziel

Ich bin kein Ölexperte. Mein gesamtes Wissen über das Ölfördermaximum habe ich aus Büchern, Webseiten und dem Studium von Statistiken gewonnen. Bis zum Ende des letzten Jahrhunderts war mir diese Krise so unbekannt, wie sie dem Durchschnittsbürger noch heute ist. Infolgedessen gibt es auf dieser Webseite nichts, was man als gewöhnlicher Laie nicht verstehen könnte, denn auch ich war vorher nur ein gewöhnlicher Laie. Wer sich mit dem Ölfördermaximum beschäftigt, kommt um den Fachjargon der Ölbranche (siehe Fachjargon) und endlose Statistiken nicht herum. Jede Statistik scheint von den jeweiligen Autoren unterschiedlich definiert zu sein, und sogar ein einfacher Begriff wie "Öl" kann die verschiedensten Bedeutungen annehmen. Kein Wunder also, dass Herr und Frau Mustermann sich des Problems nicht bewusst sind.

Die meisten Statistiken auf dieser Webseite stammen aus zwei verschiedenen Quellen: dem BP-Statistikbericht und den ASPO News (das ist der Newsletter der Association for the Study of Peak Oil and Gas). Ich nutze diese Statistiken, da sie auf einfache Weise von den jeweiligen Webseiten heruntergeladen werden können, während viele andere Datenzusammenstellungen schwer zu finden bzw. teuer zu erwerben sind. Weder die eine noch die andere Sammlung von Öldaten dürfte absolut genau sein, aber da die Ungenauigkeit eher in Richtung Optimismus geht (jedenfalls bei den BP-Zahlen), können Sie daran um so besser sehen, wie ernst die Lage bereits ist. Wenn schon diese Zahlen düster aussehen, wie schlimm ist es dann in Wirklichkeit?

Ich empfehle Ihnen, die Webseiten aufzusuchen (falls möglich) und die relevanten Statistiken selbst herunterzuladen. Verlassen Sie sich nicht auf meine Interpretationen - überprüfen Sie sie selbst. Die Daten sind alle offen zugänglich. Alles, was wir tun müssen, ist ihre wahre Bedeutung verstehen.

Wie ich bereits betont habe, bin ich kein Ölexperte. Ich kann also nicht garantieren, dass alles, was ich schreibe, vollkommen korrekt ist, aber ich habe alles so gut wie möglich nachgeprüft. Das ist der Vorteil bei der Verwendung von Statistiken, die im Internet frei verfügbar sind - man kann fast alle Interpretationen nachprüfen. Und wenn Sie mir nicht trauen, können Sie problemlos online gehen und dies selbst tun. Erst das Drängen der Öffentlichkeit hat die globale Erwärmung in die Schlagzeilen gebracht, nur eine vergleichbare Bewegung kann der Welt die Gefahr vor Augen führen, in der wir uns alle befinden.

 

Paul Thompson

Paul Thompson
Reading, England
August 2007

Weitere Informationen
Öl (BP): BP-Statistikbericht 2006 ASPO-Daten (derzeit nicht verfügbar)
Weltbevölkerung: US-Zensusbehörde
(nicht auf Deutsch verfügbar, vergleichbare deutsche Seite)
Landwirtschaft: UN-Welternährungsorganisation (FAO)
(nicht auf Deutsch verfügbar, vergleichbare deutsche Seite)

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Diese Webseite wurde auf einem Macintosh gestaltet, ich habe aber auch die Darstellung auf meinem PC überprüft. Soweit ich das beurteilen kann, sollte sie auf allen Systemen und mit allen Browsern korrekt dargestellt werden. Meiner Meinung nach ist Mozilla Firefox der beste Browser (sowohl für Macs als auch für PCs). Ich kann Ihnen nur raten, ihn herunterzuladen und als Standard-Browser zu verwenden. Durch Klicken auf das Logo rechts gelangen Sie zur Firefox-Website.
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Deutsche Übersetzung von Bernd Ohm, www.berndohm.de. Ein Hinweis des Übersetzers: Der Titel "Wolf at The Door" bezieht sich auf eine Fabel Äsops ("Der Hirtenjunge und der Wolf"), die keinen Eingang in die klassischen deutschsprachigen Sammlungen gefunden hat und daher bei uns fast unbekannt ist; im englischsprachigen Raum ist sie hingegen unter dem Titel "The Boy Who Cried Wolf" Allgemeingut. Es geht darin um einen Hirtenjungen, der solange blinden Alarm wegen angeblicher Wolfsattacken schlägt, bis ihm keiner mehr glaubt und am Ende tatsächlich ein Wolf vor der Tür steht...  
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